Tipptest richtig durchführen: Eine kurze Checkliste
Einen Tipptest führst du richtig durch, wenn du immer unter denselben Bedingungen misst: gleiches Gerät, gleiche Einstellungen, ruhige Umgebung und mehrere Läufe statt eines einzelnen Glückstreffers. Nur dann zeigen dir deine Ergebnisse, ob du wirklich besser wirst. Die folgende Checkliste hilft dir, in wenigen Minuten saubere und vergleichbare Werte zu bekommen.
Du kannst sie ausdrucken, abhaken oder einfach vor jedem Messlauf kurz durchgehen. Sie passt für den ersten Tipp-Test genauso wie für die regelmäßige Fortschrittskontrolle.
Warum eine Tipptest-Checkliste überhaupt nötig ist
Ein einziger Lauf sagt wenig. Schon kleine Unterschiede verändern dein Ergebnis spürbar – und das hat nichts mit deinem Können zu tun. Ein Beispiel:
- Montag: Freestyle, Level 1, Zeitrennen 30 Sekunden → 58 WPM
- Mittwoch: Freestyle, Level 3, Zeitrennen 60 Sekunden → 46 WPM
Auf den ersten Blick bist du um 12 WPM schlechter geworden. Tatsächlich hast du am Mittwoch längere Wörter mit Großbuchstaben getippt und das Tempo doppelt so lange halten müssen. Die beiden Werte lassen sich schlicht nicht vergleichen.
Ein zweites Beispiel zeigt, warum mehrere Läufe besser sind als einer. Angenommen, du machst unter gleichen Bedingungen drei Läufe mit 46, 51 und 44 WPM:
- Summe: 46 + 51 + 44 = 141
- Mittelwert: 141 ÷ 3 = 47 WPM
Dein Bestwert von 51 WPM wäre als Startwert zu optimistisch. Mit 47 WPM hast du eine realistische Ausgangsbasis, an der du echte Fortschritte erkennst. Wie die Werte selbst zustande kommen, erklärt der Artikel Wie wird die Tippgeschwindigkeit berechnet?
Tipptest richtig durchführen: die Checkliste
1. Vor dem Test: Platz und Gerät
- Du sitzt aufrecht, beide Füße stehen auf dem Boden, die Unterarme liegen locker.
- Die Tastatur liegt gerade vor dir, nicht schräg zur Seite.
- Das Tastaturlayout ist auf Deutsch (QWERTZ) eingestellt – sonst landen Z, Y und die Umlaute auf den falschen Tasten.
- Du nutzt dasselbe Gerät wie bei deinen bisherigen Messungen. tippentest speichert Bestwerte ohnehin getrennt für Handy und Tastatur.
- Am Handy: Autokorrektur und Wortvorschläge wirken sich auf dein Tippen aus. Was dabei passiert, steht in Autokorrektur im Tipptest.
- Benachrichtigungen sind stumm, andere Tabs geschlossen.
2. Einstellungen festlegen und notieren
- Channel wählen und beibehalten, zum Beispiel Freestyle für Alltagswörter.
- Level wählen. Level 2 · Alltag ist für viele ein guter Standard: kleingeschriebene Wörter mit bis zu 11 Buchstaben.
- Modus wählen. Zum Messen eignet sich das Zeitrennen am besten.
- Dauer festlegen: 30, 60 oder 120 Sekunden. 60 Sekunden ist ein guter Mittelweg.
- Alles aufschreiben, damit du beim nächsten Mal exakt dieselben Einstellungen nutzt.
Tipp: Die Daily Challenge hat feste Einstellungen – Zeitrennen, 60 Sekunden, Level 2 – und für alle denselben Text am selben Tag. Ideal, wenn du nicht selbst auf gleiche Bedingungen achten willst. Der Text wechselt allerdings täglich, kleine Schwankungen sind also normal.
3. Kurz aufwärmen
- Ein bis zwei Minuten lockeres Tippen ohne Wertung.
- Finger in die Grundstellung bringen: links A S D F, rechts J K L Ö, Daumen auf der Leertaste. Wenn das noch neu für dich ist, lies Grundstellung auf der Tastatur einfach erklärt.
4. Während des Tests
- Der Timer startet erst mit deinem ersten Zeichen. Nimm dir also in Ruhe Zeit, die Finger zu platzieren.
- Blick auf den Bildschirm, nicht auf die Tastatur.
- Gleichmäßiges Tempo statt Sprints und Pausen.
- Entscheide dich vorher, wie du mit Fehlern umgehst. Korrigierte Fehler zählen bei der Genauigkeit trotzdem als Fehler, kosten aber zusätzlich Zeit.
- Nicht abbrechen, wenn ein Lauf schlecht beginnt. Abbrüche verfälschen deinen Durchschnitt nach oben.
5. Nach dem Test
- Notiere WPM, Zeichen/min und Genauigkeit – alle drei.
- Mach insgesamt drei Läufe und bilde den Mittelwert.
- Kurze Notiz zur Tagesform: müde, abgelenkt, fremde Tastatur?
- Vergleiche nur mit Messungen, die dieselben Einstellungen hatten.
Häufige Fehler beim Tipptest
- Nur den Bestwert merken. Dein Verlauf zeigt dir die letzten Läufe auf diesem Gerät – nutze ihn, statt dich am Rekord zu orientieren.
- Einstellungen wechseln. Heute 30 Sekunden, morgen 120 – so siehst du keinen Trend.
- Die Genauigkeit ignorieren. Ein schneller Lauf mit vielen Fehlern ist kein Fortschritt.
- Erschöpft testen. Nach einer langen Übungseinheit sind deine Werte meist schlechter. Miss lieber am Anfang.
- Lokalen Fortschritt versehentlich löschen. Der Button „Lokalen Fortschritt löschen“ setzt alles zurück. Wenn du deine Werte dauerhaft behalten willst, schreib sie zusätzlich auf.
Übung: Dein Messritual in fünf Minuten
Mach diese Abfolge zu deinem festen Ablauf. Mit der Zeit brauchst du die Checkliste kaum noch.
- Eine Minute aufwärmen mit den Zeilen unten.
- Drei Zeitrennen à 60 Sekunden, Freestyle, Level 2.
- Werte in die Vorlage eintragen, Mittelwert berechnen.
Aufwärmen (langsam, ohne auf die Tasten zu schauen): das das das fass fass lass lass jede jede klasse klasse alle alle ruhig atmen und gleichmäßig tippen heute messe ich dreimal in ruhe Messprotokoll Datum: ________ Gerät: Tastatur / Handy Channel: ______ Level: __ Modus: ________ Dauer: ___ s Lauf 1: ___ WPM ___ Zeichen/min ___ % Lauf 2: ___ WPM ___ Zeichen/min ___ % Lauf 3: ___ WPM ___ Zeichen/min ___ % Mittelwert: ___ WPM ___ % Notiz zur Tagesform: ______________________
Eine ausführlichere Vorlage zum Ausdrucken findest du im Tipptraining-Protokoll.
Teste jetzt deine Tippgeschwindigkeit
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich einen Tipptest machen?
Zum Messen reicht meist ein- bis zweimal pro Woche. Dazwischen übst du – Üben und Messen sind zwei verschiedene Dinge.
Ist Handy oder Tastatur besser für den Test?
Keins von beiden ist „besser“. Wichtig ist nur, dass du innerhalb einer Geräteklasse vergleichst. Werte vom Handy und von der Tastatur sind nicht direkt vergleichbar. Wenn du bewusst am Smartphone misst, findest du passende Tipps unter Schneller tippen am Handy.
Welche Dauer ist am aussagekräftigsten?
60 Sekunden ist ein guter Standard. 30 Sekunden schwanken stärker, 120 Sekunden zeigen zusätzlich, wie gut du dein Tempo hältst.
Dein nächster Schritt
Leg heute deine festen Messeinstellungen fest, mach drei Läufe und notiere deinen Mittelwert. Diesen Wert nutzt du ab sofort als Vergleichspunkt für jede weitere Messung.